Jedes Möbelstück hat seinen Designer, aber nicht jedes Möbel ist ein Designerstück. Der Unterschied liegt in den Vorgaben für den Designer. In unserer heutigen Konsumwelt, in der es um Größe und Schein statt Qualitätsbewusstsein geht, in der kleinster Preis vor Anerkennung der schöpferischen Leistung und handwerklicher Ausführung rangiert, da wird meist an Materialqualität und Fertigungsaufwand gespart. Manche Designer bekommen auch den Auftrag, aus preiswertesten Materialien mit geringsten Lohnkosten ein Möbel zu designen, das auch noch so Platz sparend wie möglich zusammengelegt und verpackt werden kann, damit es von IKEA mit einem Kleinwagen nach Hause gebracht werden kann.
Sind IKEA Möbel Designermöbel?
Die Produkte von IKEA strahlen trotzdem etwas aus und locken täglich Tausende in die gelb-blauen Möbelhäuser, das nur am guten Design liegen kann. Sind es deswegen auch Designermöbel? Oder weil an jedem Möbelstück der Name des Designers steht? Auch die Möbel aus dem Dessauer Bauhaus, deren Designer-Qualitäten außer Frage stehen, sollten preiswert sein und waren für einen Massenmarkt gedacht – sie sind heute gesuchte Antiquitäten. Soweit werden es Billy und Co. nie bringen, dafür aber manches Stück aus den Designerkollektionen von Flötotto oder Hülsta. Worin liegt deren Erfolgsgeheimnis? Warum wollen die Menschen Designermöbel haben? Es ist nicht nur das bewusste Absetzen vom Mainstream, es ist die Suche nach dem Echten, dem Guten, dem Wahren. Etwas jenseits des Massenmarktes, auch wenn es deutlich mehr kostet.
Bei den heutigen Möbelpreisen und Rabattschlachten der Möbelhäuser kann sich jeder alles leisten, aber wandfüllende Schränke oder einengende Wohnlandschaften sind selbst in großen Räumen nicht mehr schön. Ein einzelnes Designer-Möbel wirkt auch in großen Zimmern raumfüllend, strahlt Ruhe und Lebensart aus, ist Luxus pur. Die Reduktion auf das Wesentliche, das Kennen lernen von Qualitätsmerkmalen, aber auch Aspekte wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz tragen zur steigenden Beliebtheit von Designermöbeln bei, der sich zu einem regelrechten „run“ entwickelt hat.



